Der Sohn - Jo Nesbø [Rezension]

Buchinformationen

| Hardcover | Ullstein | Jo Nesbø | 522 Seiten | 22,99 € |

Sonny ist auf der Flucht. Sonny ist ein vorbildlicher Gefangener. Er lauscht den Geständnissen seiner Mitgefangenen und vergibt ihre Sünden. Er wurde sein ganzes Leben lang belogen. Doch dann ändert das Geständnis eines Mitgefangenen alles. Er weiß etwas über Sonnys in Ungnade gefallenen Vater. Sonny will Rache. Er flieht aus dem Gefängnis. Die Verantwortlichen sollen für ihre Verbrechen zahlen. Wie hoch der Preis auch sein mag. 

Meine Meinung

Wer kennt ihn nicht - Jo Nesbø, der wohl bekannteste Krimiautor Norwegens. Da ich schon unglaublich viele positive Meinungen zu seinen Büchern, insbesondere seinem Schreibstil und der in seinen Büchern herrschenden Atmosphäre gehört habe, kam ich nicht mehr drumherum, sein neustes Werk "Der Sohn" zu lesen - und ich kann euch versprechen, ich wurde nicht enttäuscht!

"Der Pastor beobachtete, wie der junge Mann die Bibel aufschlug. Es war so klassisch, dass es beinahe schon wieder komisch war; in den Seiten war ein Hohlraum, in dem die Papiere mit den Instruktionen steckten, die er für sein Geständnis brauchte. Und drei kleine Briefchen Heroin"

Sonny Lofthus ist ein unglaublich spannender, undurchschaubarer Charakter - ein Charakter, der mir so noch nicht begegnet ist. Durch seine ruhige Ausstrahlung und innere Ruhe gewinnt er schnell das Vertrauen seiner Mitgefangenen, woraufhin diese ihm ihre Sünden beichten. Als Sonny bei einem Geständnis erfährt, dass sein Vater Ab Lofthus damals keinen Selbstmord verübt hat, sondern ermordet wurde, flüchtet er aus dem Gefängnis und startet einen brutalen Rachefeldzug. Er will sich an all denen rächen, die etwas mit dem Tod seines Vaters zu tun haben. Ein ebenso wichtiger Charaketer in dieser Geschichte - Simon Kefas. Als der früher spielsüchtige Kommisar von Sonnys Flucht erfährt, macht dieser sich sofort auf die Suche nach ihm. Da er ein alter Freund von Sonnys Vater war, liegt ihm dieser Fall besonders am Herzen. Doch egal wie schnell Kommisar Kefas auch sein mag, Sonny ist ihm immer einen Schritt voraus.

Der Schreibstil von Jo Nesbø ist absolut grandios. Angefangen vom Prolog, durchweg spannend und fesselnd bis zum Schluss. Auch die herrschende Atmosphäre hatte etwas besonderes, etwas bedrückendes, etwas melancholisches, etwas, dass man mit Worten nicht beschreiben kann. Überdies wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Sonny, Kommisar Kefas und anderen wichtigen Charakteren erzählt, was das Ganze unglaublich interessant und lebendig macht und einen tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der Charaktere blicken lässt, was ich großartig fand. Zuletzt gibt es noch mehrere Handlungsstränge, die anfangs überhaupt nicht zusammenpassen, zum Ende hin aber zu einem grandiosen Finale zusammenlaufen.

Fazit

Ein bis zur letzten Seite spannender Kriminalroman. Gelungene Charaktere, grandiose Atmosphäre und Nervenkitzel pur bis zum Ende. Ganz großes Kino - absolut lesenswert!


Über den Autor

Jo Nesbø wurde 1960 in Oslo geboren. Als Jugendlicher machte er sich Hoffnungen auf eine Karriere als Profi-Fußballer, die er jedoch nach mehreren Kreuzbandrissen begraben musste. Nach einer Ausbildung als Diplom-Kaufmann und Finanzanalyst, war er neben seiner Aufgabe als Sänger und Komponist der Popgruppe Di Derre als Makler und Journalist tätig. Nesbø erhielt für seinen Debütroman "Der Fledermausmann" den skandinavischen Krimipreis und für seinen Roman "Rotkehlchen" den norwegischen Buchhandelspreis. Der Roman wurde 2004 außerdem zum besten norwegischen Krimi aller Zeiten gewählt. Seine Werke verkauften sich weltweit über 18 Millionen mal und wurden in 47 Sprachen übersetzt. (Quelle: wikipedia.de)

1 Kommentar:

  1. Das Buch schaue ich mir gleich mal näher an :))


    Ich folge dir übrigens via GFC und würde mich freuen, wenn du bei mir mal vorbei schauen würdest.

    Liebste Grüße aus Hamburg
    Jenny von http://jemasija8.blogspot.de/

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